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Dämmen und Sanieren


Fakten und Mythen zum Thema Dämmen & Sanieren

Fakten und Mythen zum Thema Dämmen & Sanieren

Fakten und Mythen zum Thema Dämmen & Sanieren

Durch das Dämmen des Gebäudes können Heizkosten reduziert werden –  Das ist inzwischen allgemein bekannt. Doch wie sieht es mit Folgeschäden infolge der Fassadendämmung aus? Sind Bauschäden möglich? Im Folgenden sollen daher einzelne Fragen und Mythen aufgegriffen und erklärt werden.

 

Frage: Stimmt es, dass Dämmung immer zum Algenwachstum auf der Fassade führt?

Manchmal ist bei Gebäuden mit einer Außendämmung zu sehen, dass sich nach Jahren die Fassade verfärbt. Die Fassadenoberfläche wird von Algen und mikrobiellen Organismen besiedelt.

Voraussetzung hierfür sind günstige Wachstumsbedingungen, wie beispielsweise:

  • eine hohe Feuchtigkeit an der Fassadenoberfläche,
  • möglichst ein geringes Austrocknungspotential der Oberfläche, infolge Verschattung der umgebenden Bäume und Sträucher,
  • eine hohe Feuchtebelastung (Lage in Gewässernähe)
  • Außenwand in Richtung der Wetterseite bzw. in Richtung Norden mit geringer Sonneneinstrahlung

 

Da die äußeren Oberflächentemperaturen einer gedämmten Fassade niedriger sind (aufgrund des geringeren Wärmedurchgangs durch die Wand), werden Fassaden mit Außendämmung tendenziell auch häufiger von Algen und Mikroorganismen bebesiedelt.

Führt Außendämmung immer zum Algenwachstum?

Führt Außendämmung immer zum Algenwachstum?

Obwohl es sich hierbei eigentlich nur um einen optischen Makel handelt und vor diesem Hintergrund auch kein Handlungsbedarf bestehen würde, sind Gegenmaßnahmen für die betreffenden Wandbereiche möglich. Manchmal hilft sogar einfach nur auf der Nord- oder Wetterseite ein etwas dunklerer Farbanstrich. Die Wärmestrahlung wird somit stärker absorbiert und die Austrocknung der Fassadenoberfläche beschleunigt. Alternativ könnte auch ein erhöhter Dachüberstand auf der Wetterseite als Schutz ausreichend sein. Fachfirmen können helfen, im Einzelfall genau zu planen, welche Risikofaktoren in welcher Form abgemindert werden können.

 

Frage: Müssen (umweltbelastende) Biozide der Fassade grundsätzlich zur Verhinderung des Algenwachstums beigefügt werden?

Biozide werden zur Bekämpfung von bestimmten Schadorganismen (insbesondere auch die bereits erwähnten Mikroorganismen, wie Viren und Pilze) eingesetzt. Biozide werden alltäglich eingesetzt als Desinfektionsmittel (im Haushalt), in Schwimmbädern, teilweise zur Trinkwasserdesinfektion, als Holzschutzmittel, in Klimaanlagen oder auch als Schleimbekämpfungsmittel. Zum Schutz der Fassade vor algizidem und fungizidem Bewuchs werden daher auch gern die Putze oder Anstriche mit entsprechenden Zusätzen ausgestattet. Der Nachteil ist, dass sich diese Zusätze im Laufe der Zeit wieder auswaschen. Man geht hier von einer Haltbarkeit von etwa vier bis sechs Jahren aus.

Ist der Einsatz von Bioziden erforderlich?

Ist der Einsatz von Bioziden erforderlich?

Grundsätzlich sind mit dem Einsatz von Bioziden auch Risiken verbunden (nicht nur den Fassadenschutz betreffend), so dass der Einsatz minimiert werden sollte bzw. es sollte auf Alternativen zurückgegriffen werden. Wenngleich Biozide inzwischen keine krebserzeugenden oder erbgutverändernden Wirkstoffe enthalten, so wird ihnen dennoch ein Einfluss auf die Fortpflanzungsfähigkeit und eine hormonähnliche Wirkung zugeschrieben. Inhaltsstoffe, die in der Landwirtschaft bereits verboten sind, sind als Zusatz im Putz oder Anstrich noch zugelassen.

Alternativen zum Schutz der Fassade sind beispielsweise

  • konstruktive Maßnahmen (wie der bereits genannte Dachüberstand)
  • mineralische Putze; insbesondere mineral. Dickschichtputze
  • mineralische Farben
  • Vermeidung von Verunreinigungen der Fassaden

 

Führt das Dämmen von Fassaden zu einem erhöhten Brandrisiko?; Foto: Gregor Reisch / net-BULL media production / pixelio.de

Führt das Dämmen von Fassaden zu einem erhöhten Brandrisiko?; Foto: Gregor Reisch / net-BULL media production / pixelio.de

Frage: Führt das Dämmen von Fassaden zu einem erhöhten Brandrisiko? 

So wie das Holz im Dachstuhl oder im Fachwerkgebäude, so ist grundsätzlich auch das Styropor / Polystyrol in einem Wärmedämmverbundsystem brennbar. Auch im Innenraum der Gebäude befinden sich zahlreiche Gegenstände, die brennbar sind und eventuell auch hoch giftige Gase bei der Verbrennung freisetzen können. Man sollte sich hierbei jedoch nicht vorstellen, dass man mit einem Streichholz einfach ein Wärmedämmverbundsystem anzünden kann.

Das Problem zur Brennbarkeit wird dabei vor allem bei den Dämmplatten aus Styropor / Polystyrol befürchtet. Bis zu einer Dicke von 10 cm gelten diese Platten als „schwer entflammbar“ (B1) nach DIN 4102. Bei größeren Dämmstärken werden die Platten jedoch als „normal entflammbar“ (B2) eingestuft. Um in größeren Gebäuden einen Brandüberschlag zu verhindern, werden so genannte Brandriegel vorgeschrieben und zwar über jeden Tür- und Fenstersturz bzw. als umlaufende Brandriegel. Somit weisen zugelassene und fachgerecht angebrachte Wärmedämmverbundsysteme die vorgeschriebene Brandsicherheit auf.

Wer ein nicht brennbares Wärmedämmverbundsystem möchte, kann alternativ als Dämmstoff beispielsweise Mineralwolle oder Steinwolle wählen. Diese Dämmstoffe sind nicht brennbar. Ferner kann eine vorgehängte Fassade oder die zusätzliche Errichtung einer Vormauer den Brandschutz unterstützen.

 

Frage: Können Wände nach dem Dämmen nicht mehr atmen?

Können Wände atmen? Fote: Rike / pixelio.de

Können Wände atmen? Fote: Rike / pixelio.de

Diese Aussage kann gar nicht so einfach beantwortet werden, da unter “ Atmung “ anscheinend jeder etwas anderes versteht.

  1. Sollte als „ Atmung “ der Durchgang von Luft gemeint sein, so muss erleichtert festgestellt werden, dass niemals die Luft durch eine normal verputzte Außenwand gehen bzw. strömen kann. Wände –ganz gleich ob mit Dämmung oder ohne Dämmung – sind und bleiben definitiv luftdicht. Lediglich durchgehende Löcher oder Fugen in der Wand können dies ändern.
  2. Ist mit Atmung der Wassertransport durch die Wand gemeint, so müsste man diesen Fakt etwas differenzierter betrachten. Der Wassertransport ist auf zwei Wegen möglich: erstens in flüssiger Form durch Kapillarleitung oder zweitens in gasförmiger Form durch Wasserdampfdiffusion.
    1. In gasförmiger Form können nur wenige Gramm Wasser pro Tag und Quadratmeter durch die Außenwand hindurch diffundieren. Selbst im günstigsten Fall kann durch die Außenwand eines gesamten Einfamilienhauses so kaum mehr als ein Liter Wasser diffundieren. Im Gegenzug fallen jedoch pro Tag bei einer dreiköpfigen Familie ca. 6 Liter Wasser an. Das bedeutet, dass die Wasserdampfdiffusion nie für den Abtransport der Raumluftfeuchte ausreichend wäre – auch nicht ohne Dämmung. Rechnet man nun die Dämmung mit ein, so reduziert sich diese Wasserdampfdiffusion bei Nutzung von Mineralwolle als Dämmstoff nahezu gar nicht, bei Nutzung von Styropor geringfügig um wenige Prozent. Fazit: Der Wassertransport in gasförmiger Form spielt keine bedeutende Rolle bei einer Außendämmung.
    2. Betrachtet man nun den Wassertransport in flüssiger Form, so ist festzustellen, dass über die Poren der Außenwand vergleichsweise hohe Wassermengen transportiert werden können (ca. tausendmal so viel im Vergleich zur Wasserdampfdiffusion). Diese kapillare Leitfähigkeit weisen Dämmstoffe – wie Polystyrol – oftmals nicht auf. Das bedeutet, sollte von unten Feuchtigkeit aufsteigen oder sollten sonst irgendwie feuchte Wände vorliegen, so wäre eine Außenwanddämmung katastrophal. Das Wasser könnte nicht über die Kapillarleitung nach außen abtransportiert werden und würde zu weiteren Bauschäden führen. Daher sollten auch grundsätzlich keine feuchten Außenwände gedämmt werden, sondern erst die Ursache der Feuchtigkeit beseitigt und die Wände ausgetrocknet werden.

Fazit: Atmende Außenwände gibt es nicht. Feuchte Außenwände dürfen nicht gedämmt werden.

 

Führt die Dämmung zu Feuchte- und Schimmelschäden?

Führt die Dämmung zu Feuchte- und Schimmelschäden?

Frage: Führt Dämmung zu Feuchte- und Schimmelschäden?

Grundsätzlich erhöht sich infolge der Außendämmung die Temperatur dieser Außenwände. Da Feuchtigkeit stets an der kältesten Stelle kondensiert, werden die Außenwände durch die Außendämmung sogar geschützt. Die Wände befinden sich im warmen Bereich und ein „kältester Punkt“ lässt sich auf ungedämmten Außenwänden vermuten, jedoch nicht mehr in gedämmten Bereichen. Aufgrund dieser höheren Wandoberflächentemperaturen kann daher aus bauphysikalischer Sicht die Feuchtigkeit aus der (feuchten) Raumluft deutlich schlechter kondensieren, die Wand ist damit insgesamt trockener. Je trockener die Wandoberfläche, um so unwahrscheinlicher ist wiederum die Gefahr der Schimmelpilzbildung.

Das bedeutet natürlich, dass auch weiterhin gelüftet werden muss.

Gefahr von Feuchte- und Schimmelschäden

Feuchte- und Schimmelschäden könnten bei gedämmten Außenwänden bei aufsteigender Feuchtigkeit, Wasserschäden oder eindringender Feuchtigkeit von außen infolge von Bauschäden entstehen. Diese Schadensursachen sind jedoch grundsätzlich zu beseitigen und können auch bei ungedämmten Außenwänden zu Feuchte- und Schimmelschäden führen.

Pfusch in der Bauausführung – Bauschäden sind vorprogrammiert

Pfusch in der Bauausführung – Foto: Bauschäden durch fehlerhaften Anschluss der Dampfbremse

Pfusch in der Bauausführung – Foto: Bauschäden durch fehlerhaften Anschluss der Dampfbremse

Mängel in der Bauausführung sind in der Tat nicht selten und führen unter Umständen langfristig zu Bauschäden. Solche Mängel könnten beispielsweise sein

  • eine falsche Zusammensetzung des Wärmedämmverbundsystems, so dass dieses Wärmedämmverbundsystem die Bauaufsichtliche Zulassung verliert
  • Mängel in der Ausführung der Anschlüsse (Fenster, Dach etc.)

Eine Baubegleitung durch einen unabhängigen Sachverständigen ist grundsätzlich zu empfehlen und hilft derartige Mängel rechtzeitig zu erkennen und zu vermeiden.

 

Dämmwahn – Mythos 8: Spechte zerstören die Dämmung und nisten bevorzugt in der Dämmung

Gedämmte Fassade mit Spechtlöchern

Frage: Zerstören Spechte die Dämmung und nisten bevorzugt in der Dämmung?

Bevorzugt in der Nähe von Parkanlagen und Gärten kann es vereinzelt vorkommen, dass Vögel ein Loch in die Fassadendämmung bauen und darin nisten. Hat ein Vogel dieses Prinzip erst einmal erkannt, wird er es immer wieder versuchen. Jeder Specht ist anders. Daher ist bei den Gegenmaßmahmen etwas Kreativität gefragt.

Mögliche Lösungen

Die Wahl eines anderen Dämmstoffes hilft hier kaum weiter. Falls jedoch vor Beginn der Dämmarbeiten das Problem bereits bekannt ist, könnte als Alternative statt eines Wärmedämmverbundsystems auch eine Vorhangfassade gewählt werden. Bei einer vorgehängten Fassadenkonstruktion wird eine Unterkonstruktion aus Holz- oder Metallprofilen angebracht, an der eine Fassadenverkleidung aus unterschiedlichsten Materialien (Holzschalung oder –platten, Faserzementplatte etc.) als Wetter- und Vogelschutz aufgehängt werden kann. Zwischen der Unterkonstruktion wird natürlich die Wärmedämmung eingebracht. Wichtig ist hierbei immer eine winddichte Ausführung.

Weitere Alternativen könnten beispielsweise sein:

                          • dickeren Putz wählen, Armierung verstärken
                          • glatteren Putz wählen
                          • alternative Nistmöglichkeiten für den Specht anbieten
                          • verschiedene Vogelscheuchen testen
                          • Metallbleche an Hausecken anbringen

 

Frage: Führt das Dämmen immer zum ungeliebten Marienkäfereffekt auf der Fassade?

Dämmung – ein Dämmwahn mit Folgeschäden oder nur Medienpropaganda? Teil 9/11

Gut erkennbare Dübel an der Nordseite des gedämmten Gebäudes

Bei älteren gedämmten Fassaden findet man manchmal das folgende Phänomen: Ein Fassadenmuster mit vielen kreisrunden Flecken – dem sognannten Marienkäfereffekt (siehe Abbildung).

Die Dübel wirken als enorme Wärmebrücke, so dass im Bereich der Dübel die Temperaturen und damit die Wärmeströme meist etwas höher sind – im Vergleich zu restlichen Fläche. Dies bewirkt ein schnelleres Abtrocknen der Feuchtigkeit. Im Laufe der Zeit sind dann entsprechende Verfärbungen möglich.

Diese Phänomene sind meistens auf der Wetterseite bzw. der Nordseite zu finden. Allerdings hat man dieses Problem heutzutage im Griff:

Die Wärmeleitfähigkeit der Dübel ist heutzutage deutlich geringer. Ferner werden die Dübel heutzutage im Dämmstoff versenkt und die Vertiefung wird mit vorgefertigten Rondellen des jeweiligen Dämmstoffes verschlossen. So ist der Dübel letztendlich „komplett“ im Dämmstoff verschwunden und die Wärmebrücke ist in dieser Form nicht mehr gegeben.

Der Marienkäfereffekt ist somit ein Relikt der Vergangenheit…

 

Schallschutz von Gebäuden

Schallschutz von Gebäuden

Frage: Wird der Schallschutz von Gebäuden durch die Dämmung erheblich verschlechtert?

Hierbei handelt es sich um den so genannten Luftschall. Der Schall, das heißt der Straßenlärm, kann grundsätzlich besser absorbiert werden, wenn es sich um weiche Materialien handelt. Treffen die Schallwellen auf „harte“ Oberflächen, so könnte der Schall eventuell sogar verstärkt werden.

Bei einem Wärmedämmverbundsystem auf Basis von Hartschaum-Wärmedämmungen verschlechtert sich oftmals das so genannte Bau-Schalldämm-Maß. Sollte der Schallschutz regional ein wichtiges Thema sein, so ist beispielsweise Mineralwolle als Dämmstoff zu bevorzugen. Nähere Angaben zum Schalldämm-Maß können auch den entsprechenden allgemeinen bauaufsichtlichen Zulassungen der Wärmedämmverbundsysteme entnommen werden.

Übrigens haben ungedämmte Rollladenkästen oder Wanddurchbrüche (beispielsweise für Abzugsanlagen) einen wesentlich größeren Einfluss auf den eindringenden Straßenlärm.

 

Wird das Fassadenbild durch die Dämmung zerstört?

Wird das Fassadenbild durch die Dämmung zerstört?

Frage: Wird das Fassadenbild durch das Dämmen zerstört?

Handelt es sich um eine strukturierte Fassade oder um ein Fachwerkgebäude, so kann man diesem Argument durchaus zustimmen. Ansonsten erfolgt eine Wärmedämmung im Regelfall an älteren Bestandsgebäuden, bei denen die Fassade ohnehin erneuert bzw. ausgebessert werden müsste. Es handelt sich also grundsätzlich um Einzelfallentscheidungen.

Verschiedene Dekorelemente können auch an ein Wärmedämmverbundsystem angebracht werden. Optische Gestaltungsmöglichkeiten sind vergleichbar mit denen einer ungedämmten Außenwand. So können nach persönlichen Vorlieben, spezielle Putze aufgebracht werden oder Flachverblender verklebt werden und vieles mehr.

 

Insgesamt kann bei eine fachgerechte Planung der Dämmung die Wohnqualität deutlich verbessert werden und zugleich kann der Wärmeverlust über die Außenwand um deutlich über 70 Prozent reduziert werden (je nach Ausgangszustand der ungedämmten Wand). Der Heizwärmebedarf lässt sich daher deutlich reduzieren, so dass sich das Dämmen allein in Bezug auf Heizkostenersparnis für den Eigentümer als wirtschaftlich erweisen. Weitere Faktoren, wie erhöhte Behaglichkeit, Wertsteigerung etc. kommen hinzu.

 

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