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Stromverbrauch einer elektrischen Fußbodenheizung

Montag 25. April 2016 von Admin


Die elektrische Fußbodenheizung

Viele Hausbesitzer oder Eigentümer einer Ferienwohnung verfügen über eine elektrische Fußbodenheizung oder überlegen, ob man sich diese nachträglich einbauen lassen sollte. Gerade im Bad kann es sehr angenehm sein, wenn die Fliesen temperiert sind.

Fußbodenheizung - Foto: Heike Hering / pixelio.de

Fußbodenheizung – Foto: Heike Hering / pixelio.de

Doch was verbraucht eine solche Fußbodenheizung an Energie?

Der Stromverbrauch für eine Fußbodenheizung sieht wie folgt aus:

Ausgehend von einem Heizwärmebedarf von schätzungsweise 70 W/m², ist ein Bad mit einer Fläche von 10 Quadratmetern mit ca. 700 Watt (0,7 kW) zu beheizen. Nun kann nicht der gesamte Fußboden mit einer Fußbodenbeheizung versehen werden, da Badewanne, Dusche, WC, Möblierung etc. den Fußboden verdecken. Sind beispielsweise nur etwa 50 Prozent des Bodens über eine Fußbodenheizung beheizbar, erfolgt die Auslegung üblicherweise mit ca. 140 Watt pro Quadratmeter (= 700 W / 5 m²).

Die elektrische Leistung einer Fußbodenheizung liegt daher je nach Modell zwischen 100 Watt und 160 Watt je Quadratmeter beheizter Fußbodenfläche. Angenommen das Bad besitzt eine Fläche von 5 Quadratmetern und die Fußbodenheizung läuft permanent mit 140 Watt:

So liegt der Stromverbrauch bei 140 W /m² * 5 Quadratmeter Heizfläche * 24 Stunden pro Tag =  16,8 kWh pro Tag. Bei einem Strompreis von 0,24 Euro pro kWh sind das bei Vollzeitbetrieb der Fußbodenheizung ca. 4,03 Euro Heizkosten pro Tag, 28,22 Euro Heizkosten pro Woche, 123 Euro Heizkosten pro Monat oder ca. 1.470 Euro Stromkosten pro Jahr.

Im Beispiel wurde eine „Vollzeitbetrieb“ mit 365 Tagen voller Beheizung gerechnet. Natürlich wird das Bad in den seltensten Fällen im Sommer beheizt. Ferner regulieren Thermostate den tatsächlichen Bedarf. Um diese Punkte zu berücksichtigen kann daher überschlägig mit einer realen Heizdauer von etwa 2.000 Stunden pro Jahr gerechnet werden. Es ergeben sich somit für das  Bad tatsächliche Heizkosten von 340 Euro pro Jahr.

 

Angenommen die Badfläche ist deutlich höher (möglicherweise besitzt auch das gesamte Haus eine Fußbodenheizung), so können die Kosten natürlich noch deutlich über diesen hier errechneten 340 bis 1.470 Euro liegen.

 

Die effektive Fußbodenheizung:

So ist einer warmer Fußboden im Bad ein echter Luxus, zumindest wenn eine Fußbodenheizung eingebaut wurde. Grundsätzlich kann dieser Luxus „ Fußbodenheizung “ natürlich auch energetisch sehr effektiv sein. Neben der elektrischen Fußbodenheizung gibt es auch warmwasserführende Heizsysteme, welche an das (bestehende) Heizsystem angeschlossen werden können (Öl, Gas, Holzpellets, Solar, Wärmepumpe etc.). Der Vorteil dieser Strahlenheizung gegenüber einer klassischen Konvektorheizung ist vor allem in der deutlich geringeren Vorlauftemperatur von 30 bis 40 °C zu sehen. (… natürlich nicht strombetrieben …)

Die Fußbodenheizung ist auf jeden Fall ein äußerst träges System. Geringe Aufbauhöhe des Fußbodens und gut wärmeleitende Materialien sind bei Einsatz einer Fußbodenheizung unbedingt empfehlenswert.

 



 

Für alle Hausbesitzer, die auf eine elektrische Fußbodenheizung nicht verzichten können /wollen:

Wie kann man mit der bestehenden Fußbodenheizung Strom sparen (bzw. möglichst wenig Strom verbrauchen)?

Die Oberflächentemperatur des Fußbodens sollte optimal zwischen 23 und 24 °C liegen. Höhere Temperaturen führen zudem bei manchen Menschen zu Unbehagen, wie beispielsweise anschwellende Beine. (Vorlauftemperaturen wassergeführter Heizungssyteme liegen daher meist zwischen 30 und 35 °C).

Eine sinnvolle Alternative ist es, den Raum über Konvektionsheizungen zu erwärmen und die elektrische Fußbodenheizung als (angenehme) Begleitheizung zu nutzen. In diesem Fall kann eine gezielte Regelung der gewünschten Raumtemperatur über Thermostate erfolgen.

Eine Steuerungsautomatik kann bedingt unterstützen. Möglich wäre eine zeitgesteuerte Regelung, die beispielsweise Nachts einige Stunden abschaltet oder eine temperaturgesteuerte Regelung, die ab einer bestimmten Raumtemperatur abschaltet. Insgesamt ist jedoch eine Temperaturabsenkung bei der Fußbodenheizung nur begrenzt möglich, da dieses Heizungssystem äußerst träge ist.

 

Stromtarif für Fußbodenheizung:

Für Nachtspeicherheizung und für den Wärmepumpenbetrieb gibt es spezielle Stromtarife. Ebenfalls gibt es teilweise vergünstigte Nachtstromtarife. Hier ist es meist erforderlich einen separaten Stromzähler zu installieren. So genannte Smart Meter (intelligente Stromzähler) bieten sich in diesem Fall an. Direkt für die „ Fußbodenheizung “ gibt es keinen speziellen (vergünstigten) Tarif.

Gibt es effektive elektrisch betriebene  Heizungen?

Viele elektrische Heizsysteme versprechen den Hausbesitzern, sehr effizient zu arbeiten. Wie hoch die energetischen Aufwendungen zum Beheizen des Raumes aber tatsächlich sind, hängt vom Heizwärmebedarf des Raumes ab (Größe, Außenwände, Fenster, Undichtigkeiten etc.).

Und um diesen Heizwärmebedarf zu decken, ist eine bestimmte Leistung des Gerätes erforderlich (Leistung [kW] x Zeit [h] = Verbrauch [kWh]). Dabei  ist die kW-Angabe von allen Elektroheizungen direkt miteinander vergleichbar.

Elektroheizung = Elektroheizung.

Egal, ob es eine elektrische Fußbodenheizung , ein elektrischer Ölradiator, ein elektrischer Konvektor, ein elektrischer (Bad-) Schnellheizer, ein elektrischer Keramikheizer, ein elektrischer Panel Heizer (so genannte Wärmewellen) oder sonstige elektrische Heizer sind. Die kleinsten dieser Heizer haben eine Leistung von  0,7 kW, die etwas größeren mobilen Heizer eine Leistung von bis zu 2,5 kW (Ölradiator). Jedes Heizgerät hat seinen speziellen Einsatzbereich. Jedoch sind der stündliche Verbrauch von beispielsweise 2 Kilowattstunden des Heizers A genauso viel (oder wenig) wie der Verbrauch von 2 Kilowattstunden des Heizers B.  … nämlich 45 bis 50 Cent pro Stunde (je nach Stromtarif).

 

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Fußbodenheizung


Dieser Beitrag wurde erstellt am Montag 25. April 2016 um 04:08 und abgelegt unter Elektro, Energie - Strom und mehr, Heiztechnik. Kommentare zu diesen Eintrag im RSS 2.0 Feed. Sie können einen Kommentar schreiben, oder einen Trackback auf Ihrer Seite einrichten.

3 Kommentare über “Stromverbrauch einer elektrischen Fußbodenheizung”

  1. Thorsten schrieb:

    Gibt es etwas schöneres als aus der Dusche zu kommen und warme Füße zu haben? Ich denke nicht.. :)

  2. Martin M. Unger schrieb:

    Seit ich zum Einstellen meiner Fussbodenheizung ein Infrarotmessgerät benutze, mit dem man Oberflächentemperaturen recht genau misst, konnte ich einiges an Energie sparen. Neu gibt es sogar clevere Kombinationsgeräte, die noch mehr Nutzen versprechen. Wenn ich nicht schon ein einfacheres hätte, würde ich mir die genauer anschauen.

  3. Wolfgang Sutter schrieb:

    Herr Unger,
    Können Sie mir bitte, genauer sagen (evtl. verlinken) welche Sie mit „clevere Kombinationsgeräte“ meinen?

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