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Solarthermie zur Heizungsunterstützung


Solarthermie zur Heizungsunterstützung

Da man natürlich im Sommer keinen Heizkessel – „nur“ für die Warmwasserbereitung – betreiben möchte, bietet es sich grundsätzlich an, über eine gesonderte Warmwasserbereitung nachzudenken. Insbesondere erweist sich hier der Einsatz der Solarthermie als äußerst effektiv.

Hierbei sollte natürlich auch die Wirtschaftlichkeit der Anlage überprüft werden. Die Wirtschaftlichkeit der Solarthermie ist abhängig von den Investitions- und Unterhaltungskosten und vor allem vom real vorhandenen Warmwasserbedarf (für die Warmwasserbereitung und ggf. Heizungsunterstützung).

So kann man sagen, dass sich Solarthermie zur Warmwasserbereitung für eine Großfamilie (mit hohem Warmwasserbedarf) durchaus finanziell lohnen kann, für eine Einzelperson jedoch nicht.

Solarthermie zur Heizungsunterstützung -Solarkollektoren; Bild: Ralph Marko  / pixelio.de

Solarthermie zur Heizungsunterstützung -Solarkollektoren; Bild: Ralph Marko / pixelio.de

Solarthermie – Funktionsprinzip:

Solarthermie bedeutet einfach, dass die Sonnenenergie zu Erwärmung des Wassers genutzt wird. Dabei werden die Kollektoren auf dem Dach von einer Flüssigkeit durchströmt. Diese Flüssigkeit wird bei entsprechender Sonneneinstrahlung auf dem Dach erwärmt und gibt anschließend die Wärme über einen Wärmetauscher an das zu erwärmende Trinkwasser im Warmwasserspeicher ab.

Die Wärmeträgerflüssigkeit besteht meist aus einem Wasser-Propylenglycol-Flüssigkeitsgemisch, welches die Frostbeständigkeit der Anlagen gewährleistet. Es gibt auch Anlagen, die direkt mit Wasser als Solarflüssigkeit arbeiten. Dieser Anlagentyp kann direkt in das bestehende Heizungssystem eingebunden werden. Es existiert somit kein Wärmetauscher zwischen Solarkreis und Speicher. Vorteile dieser Anlagen sind geringerer Installationsaufwand, höhere Wärmekapazität der Flüssigkeit (ohne Glycol) und geringere Pumpenarbeit (aufgrund geringerer Viskosität der Flüssigkeit). Nachteile ergeben sich im Winter. Da die Kollektoren nicht einfrieren dürfen, muss bei Bedarf das warme Wasser aus dem System durch die Kollektoren (auf dem Dach) geleitet werden. Hierdurch treten erhöhte energetische Verluste auf: sowohl für den Betrieb der Pumpe als auch insbesondere Wärmeverluste des durchgeleiteten Warmwassers. Wie effektiv dieser Anlagetyp arbeitet, ist daher nicht zuletzt von der Effektivität der Kollektoren abhängig (und natürlich von der tatsächlichen Intensität des Winters).

Unter allgemein guten Bedingungen lassen sich mit einer solarthermischen Anlage jährlich etwa bis zu 60 Prozent des Warmwasserbedarfes decken. Hierbei beträgt die solare Deckungsrate im Sommer über 90 Prozent und im Winter kaum mehr als 10 Prozent. Reicht die Sonnenenergie nicht aus, bringt natürlich der Heizkessel das Wasser auf das gewünschte Temperaturniveau.

Als Kollektortypen der Solarthermie sind Flachkollektoren und Vakuum-Röhren-Kollektoren möglich. Die ersten sind preiswerter in der Anschaffung, die letzteren sind hingegen effektiver in ihrer Wirkungsweise.




Bei der Installation sollte natürlich auf verschattungsfreie Flächen mit Südausrichtung geachtet werden. Ost- oder Westausrichtung sind ebenfalls möglich, jedoch mit etwas geringerem Wirkungsgrad der Solarthermie – Anlage.

Für die Warmwasserbereitung eines 3-Personenhaushalts reicht meist (je nach Bedarf) eine Kollektorfläche von 4 bis 5 m² (2 Platten) und ein Warmwasserspeicher von max. 300 Liter. Die Investitionskosten hierfür liegen zwischen 3.000 und 5.000 Euro (je nach Größe und Ausstattung).

Solarthermische Anlagen für Warmwasser und Heizungsunterstützung kosten meist ca. 8.000 bis 12.000 Euro (je nach Größe und Ausstattung) und weisen jährliche solare Deckungsraten* in Bestandsgebäuden von meist bis zu 10 Prozent auf. In sehr gut gedämmten Gebäuden mit geringem Heizwärmebedarf kann dieser Deckungsanteil auch deutlich höher sein und bis zu 30 Prozent betragen. In sogenannten „Solarhäusern“ ist sogar noch mehr möglich.

* Solare Deckungsraten: Sie stellen das Verhältnis zwischen Solarertrag zum Wärmebedarf dar.

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