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Strom aus Atomkraft oder doch aus erneuerbaren Energien? Energiepolitik in Deutschland: Kosten vs. Risiko


Strom aus Atomkraft ?

Über 80 % der Bevölkerung in Deutschland möchten einen kompletten Ausstieg aus Atomkraft. Wie hoch die Gefahr atomarer Unfälle sein kann, welche Auswirkungen durch eine Kernschmelze zu befürchten sind, wird allen in den letzten Tagen bewusst. Hinzu kommt, dass immer noch keine endgültige Lösung für die Entsorgung des Atommülls sichergestellt ist.

Energieszenarien zeigen, dass die Versorgungssicherheit auch ohne Atomkraft gegeben ist. Doch zu welchem Preis? Was kostet die Umstellung auf erneuerbare Energien?

 

Strom – Verbrauch in Deutschland:

Etwa 40 % des Endenergieverbrauchs liegt im Bereich der Wohngebäude. Davon wird etwa 75 Prozent für Heizung benötigt, 13 Prozent für Warmwasser und 12 Prozent für Strom. Von diesen 12 Prozent Stromverbrauch entfallen etwa 2 Prozent auf die Beleuchtung.

In Deutschland wird der Strom zu 23 Prozent aus Atomenergie, 43 Prozent aus Kohle und 16 Prozent aus erneuerbaren Energien erzeugt. Die vier Kernkraftwerksbetreiber in Deutschlande sind Eon, RWE, EnBW und Vattenfall.

Doch bereits in der Vergangenheit mussten Atomkraftwerke an sonnigen oder windreichen Tagen ihre Leistung teilweise um 50 Prozent drosseln. Das Überangebot ist in Kombination mit dem Angebot regenerativer Energien hoch. Durch die vorübergehende Stilllegung von 7 der 17 Atomkraftwerke wird es daher keinen Strom-Engpass in Deutschland geben. Gas und Kohlekraftwerke können in Spitzenlastzeiten einen Teil kompensieren. Zudem würden dezentral regenerative Energien (Biomasse, Biogas, Windenergie, Solarenergie, Geothermie, Wasserkraft) weiter ausgebaut werden.

Strom – Folgen des Atomausstiegs:

Wenn die Bundesregierung nun den Atomausstieg so umsetzen würde, wie im Koalitionsvertrag vereinbart, wären bis Ende 2020 auch die letzten Kernkraftwerke in Deutschland abgeschaltet. In diesem Fall könnten lt. EWI-Studie die Haushaltsstrompreise möglicherweise um ca. 10 % steigen (Prognose bis 2020). (Das gilt unabhängig von einer vielleicht ohnehin stetigen Energiepreissteigerung)

Der Verbraucher könnte jedoch gegensteuern … und der Trend Energie zu sparen hat längst begonnen!

… So wie die Energie tatsächlich teurer wird, ist entsprechend auch von einer Verteuerung sämtlicher Waren zu rechnen.

 


 

Subventionen:

Subvention der Erneuerbaren Energien ist definitiv hoch und letztendlich vom Verbraucher zu bezahlen. Doch auch in der Atomwirtschaft geht es nicht ohne Subventionen. Wie die FÖS Studie belegt, gab es zwischen 1950 und 2008 Vergünstigungen in Höhe von ca. 165 Milliarden Euro für die Atomindustrie. Wenn die Kosten der künftigen Generation mit der Endlagerung des Atommülls noch hinzugerechnet werden, so ist der Atomstrom unbezahlbar.

Erkrankungsrisiko:

Die neueste Studie des Bundesamtes für Strahlenschutz belegt, dass im Umkreis von 5 km des Atomkraftwerkes mehr als doppelt so viele Kleinkinder im Alter von 0 bis 5 Jahre an Leukämie erkrankten als im Bundesdurchschnitt (Betrachtungszeitraum von 1980 bis 2003). Selbst im Umkreis von 50 km wurde noch ein erhöhtes Erkrankungsrisiko festgestellt.

Bereits in den 90-er Jahren gab es derartige Studien, wobei hier eine kontroverse Diskussion (insbesondere zur Untersuchungsmethodik) vorherrschte. Strahlenbiologische Erkenntnisse sprachen ebenfalls komplett gegen diesen kausalen Zusammenhang. Ein altes Sprichwort hierzu sagt: „Was nicht sein kann – das ist auch nicht.“

Das erschreckende ist: Eine (strahlenbiologisch fundierte) Erklärung gibt es für diese Erkrankungen immer noch nicht. Vielleicht wird auch diese Studie wieder zerredet….

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2 comments to Strom aus Atomkraft oder doch aus erneuerbaren Energien? Energiepolitik in Deutschland: Kosten vs. Risiko

  • Lue Kagey

    Es geht den Konzernen immer nur um die Kohle. Sie kümmern sich nicht um die Umwelt, Hauptsache sie haben ihr Geld. Nun reden die Energiekonzerne davon, dass nicht genug Elektrizität produziert würde ohne die Kraftwerke, aber das ist wieder nur eine Ausrede um den Ausstieg aus der Atomkraft zu verhindern. Auch die Regierung möchte den Energiekonzernen entgegenkommen, indem sie den Bossen erlaubt, die Stromkontingente der sieben Atomkraftwerke, die umgehend deaktiviert werden sollen, auf jüngere Atomkraftwerke zu überschreiben. Ich denke, dass das alles nur zur Zeitgewinnung dient. Ich werde weiterhin gegen die Atomkraft vorgehen.

  • Bernhard

    Kurzfristig (diesen Winter) könnten schon Engpässe beim Strom auftreten. Aktuell fallen ja ca. 6000 Megawatt durch die Abschaltung der alten Akws weg. Derzeit kann dies z.T. durch erneuerbare Energien etwas kompensiert werden. Interessant dürfte jedoch der kommende Winter werden, wenn die EU-Nachbarn auch ihre Stromkapazitäten benötigen.

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