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Die neue Bundesimmissionsschutzverordnung sorgt für Verwirrung

Montag 13. Dezember 2010 von Siegert


Bundesimmissionsschutzverordnung – BImschV

– Was gilt für den “älteren” Ofen, Kamin, Kaminofen, Holzofen, Herd oder Backofen?

Seit dem März 2010 ist die „neue“ Bundesimmissionsschutzverordnung (1. BImschV) in Kraft. Diese enthält neue Anforderungen an kleine und mittlere Feuerungsanlagen und natürlich auch Nachrüstverpflichtungen für bestehende Altanlagen.

Leider ist diese Bundesimmissionsschutzverordnung für Laien kaum zu verstehen. Erfahrungen zeigen zudem, dass selbst Fachfirmen und Schornsteinfeger oftmals den Hausbesitzer nicht ausreichend aufklären.

Neuerungen der Bundesimmissionsschutzverordnung – BImschV

An dieser Stelle daher einige Neuerungen der Bundesimmissionsschutzverordnung für den beliebten Kachelofen und Kaminofen im Bestand in Einfamilienhäusern:

Alle Feuerungsanlagen ab 4 kW werden nun vom Schornsteinfeger regelmäßig überprüft. Bisher galt diese Regelung erst ab 15 kW; nun sind beispielsweise auch „kleine“ Holzöfen davon betroffen.

Doch auch ein bereits bestehender Ofen muss nun nicht gleich stillgelegt oder nachgerüstet werden.

Die Bundesimmissionsschutzverordnung – BImschV – enthält vier entsprechende Übergangsregelungen:

1.      Anlagen vor 1975 müssen ab 2015 nachgerüstet sein oder außer Betrieb genommen werden.

2.      Anlagen ab 1975 und vor 1985 müssen ab 2018 nachgerüstet sein oder außer Betrieb genommen werden.

3.      Anlagen ab 1985 und vor 1995 müssen ab 2021 nachgerüstet sein oder außer Betrieb genommen werden.

4.      Anlagen ab 1995 bis März 2010 müssen ab 2025 nachgerüstet sein oder außer Betrieb genommen werden.

Natürlich werden auch von manch’ „älteren“ Öfen, die vor 2010 errichtet wurden, bereits jetzt die erforderlichen Grenzwerte eingehalten. (Grenzwerte: Staub: 0,15 Gramm je Kubikmeter, Kohlenmonoxid: 4 Gramm je Kubikmeter)

Eine Bescheinigung des Herstellers oder eine Messung des Schornsteinfegers gibt hierüber Aufschluss.

 


 

Ausnahmeregelungen der Bundesimmissionsschutzverordnung:

Außerdem enthält die Bundesimmissionsschutzverordnung zahlreiche Ausnahmeregelungen. Keine Sanierungspflicht besteht in folgenden Fällen (§ 4 BImschV):

1. nichtgewerblich genutzte Herde und Backöfen mit einer Nennwärmeleistung unter 15 Kilowatt,

2. offene Kamine (offener Kamin ist per Definition eine „Feuerstätte für feste Brennstoffe, die bestimmungsgemäß offen betrieben werden kann, soweit die Feuerstätte nicht ausschließlich für die Zubereitung von Speisen bestimmt ist“)

3. Grundöfen (Grundofen ist per Definition eine „Einzelraumfeuerungsanlage als Wärmespeicherofen aus mineralischen Speichermaterialien, die an Ort und Stelle handwerklich gesetzt werden“)

4. Einzelraumfeuerungsanlagen in Wohneinheiten, deren Wärmeversorgung ausschließlich über diese Anlagen erfolgt, sowie

5. Einzelraumfeuerungsanlagen, bei denen der Betreiber gegenüber dem Bezirksschornsteinfegermeister glaubhaft machen kann, dass sie vor dem 1. Januar 1950 hergestellt oder errichtet wurden.

Weiterhin gilt grundsätzlich, dass bei Vorliegen besonderer Umstände (unangemessener Aufwand oder sonstige Umstände, die zu einer unbilligen Härte führen) bei der zuständigen Behörde eine Ausnahmeregelung beantragt werden kann, sofern keine schädlichen Umwelteinwirkungen zu befürchten sind (§22 BImschV).

 

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Dieser Beitrag wurde erstellt am Montag 13. Dezember 2010 um 09:22 und abgelegt unter Heiztechnik. Kommentare zu diesen Eintrag im RSS 2.0 Feed. Sie können einen Kommentar schreiben, oder einen Trackback auf Ihrer Seite einrichten.

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