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„Ist es richtig, dass die Außendämmung immer zum Algenbefall führt und man daher grundsätzlich Innendämmung bevorzugen sollte?“


Algenbefall nach Außendämmung

„Ist es richtig, dass die Außendämmung immer zum Algenbefall führt und man daher grundsätzlich Innendämmung bevorzugen sollte?“

Diese Frage zum Algenbefall infolge einer Außendämmung wird häufig gestellt und führt manchmal dazu, dass Hausbesitzer ihr ungedämmtes Gebäude dauerhaft nicht dämmen möchten. Als Beweis gelten zahlreiche Gebäude mit mikrobiellem Befall an der Außenseite der Fassade (siehe Foto).

Algenbefall nach Außendämmung ?

Ist das nun wirklich so? Gibt es einen Zusammenhang zwischen Algenbefall und Außendämmung?

In der Tat weisen manche gedämmte Fassaden Pilz- bzw. Algenbefall auf. Das Besondere hierbei ist, dass manchmal die Dübel „sehr gut“ zum Vorschein kommen und ein so genannter Marienkäfer-Effekt entsteht (siehe Foto).

Warum ist das nun so? In welchen Fällen kann die Außendämmung zu Algenbefall führen?

Durch die äußere Wärmedämmung wird grundsätzlich der Wärmestrom durch die Außenwand reduziert – das ist ja gewöhnlich auch der Sinn eines Wärmedämmverbundsystems. Das hat aber nun zur Folge, dass gerade bei feuchter und kühler Witterung die Putzoberfläche etwas schlechter abtrocknet und damit etwas länger feucht bleibt.

Das Foto zeigt auf der Nordseite eine gedämmte Giebelwand (rechts) mit deutlich erkennbarem mikrobiellen Befall. Die angrenzende Ostseite (links) ist hiervon jedoch nahezu verschont.

 


 
Meistens sind die Nord-Fassaden von diesem Phänomen stärker betroffen als die anderen Fassaden-Seiten, da sie naturgemäß etwas weniger Sonnenstrahlen abbekommen. Natürlich gibt es noch wesentlich mehr Ursachen, wie beispielsweise die Verschattung von Fassaden, fehlende Dachüberstände und so weiter.

Insgesamt sind das jedoch alles keine Argumente, um sich gegen eine Außendämmung zu entscheiden. Das Problem „Algenbefall“ ist inzwischen bekannt und man kann je nach Ursache verschiedene Maßnahmen sowohl bei der Wärmedämmung von Bestandsgebäuden als auch bei Neubau ergreifen. Der Marienkäfer-Effekt ist zwar immer noch häufig an Gebäuden zu finden, aber er ist inzwischen ebenfalls ein Relikt der Vergangenheit.

 

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2 comments to „Ist es richtig, dass die Außendämmung immer zum Algenbefall führt und man daher grundsätzlich Innendämmung bevorzugen sollte?“

  • Ondrie Schulz

    Ist wieder sehr interessant und verständlich. Nordseiten haben nicht so die Chance schneller auszutrocknen als die anderen Seiten.
    Welche techn. Lösungen gibt es nun (außer größeren Dachüberstand) ?
    Gruß Ondrie

    PS: Ich habe in einem Wasserwerk, wo Algenwuchs in den Räumen die Wände befallen hatte, mit einer speziellen Folie den Allgenwuchs stoppen können.

  • Cleverle

    Algenbefall gibt es nicht, wenn man einen anorganischen Putz mit silikonhaltigem Anstrich (also auch anorganisch) verwendet. Dann haben Algen nämlich keine Grundlage und die Fassade bleibt trotz Dämmung (im Bereich des Grund und Oberputz ist leider an der Nordseite nicht nur warm, sondern auch feucht) clean!
    Gruss

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