Dämmung – ein Dämmwahn mit Folgeschäden oder nur Medienpropaganda? Teil 7/11
Donnerstag 26. April 2012 von Siegert
Der Dämmwahn führt zu Bauschäden ? Teil 7/11
In den Medien werden seit geraumer Zeit Folgeschäden infolge der Fassadendämmung diskutiert und als Dämmwahn beschrieben. Was ist am Dämmwahn und den enormen Bauschäden wirklich dran?
Zunächst muss festgestellt werden, dass diese Berichte und Dokumentationen größtenteils die Schäden zwar sehr anschaulich darstellen, jedoch kaum fundierte Hintergründe der Ursachen und Statistiken zur Häufigkeit der Zahlen geben. Auf jeden Fall sind viele Hauseigentümer infolge dieser Bericht deutlich stärker verunsichert als vorher.
Im Folgenden sollen daher einzelne Mythen aufgegriffen und erklärt werden:
Dämmwahn – Mythos 7: Dämmung führt zu Feuchte- und Schimmelschäden
Diese Aussage ist ebenfalls in dieser Form nicht korrekt. Grundsätzlich erhöht sich infolge der Dämmung die Temperatur der Außenwände. Feuchtigkeit kondensiert grundsätzlich an der kältesten Stelle. Die Außenwände werden somit durch die Außendämmung geschützt. Die Wände befinden sich im warmen Bereich und ein “kältester Punkt” so wie auf dem Foto ist nicht mehr vorhanden. Aufgrund dieser höheren Wandoberflächentemperaturen kann somit aus bauphysikalischer Sicht die Feuchtigkeit aus der (feuchten) Raumluft deutlich schlechter kondensieren, die Wand ist damit insgesamt trockener. Je trockener die Wandoberfläche, um so unwahrscheinlicher ist wiederum die Gefahr der Schimmelpilzbildung.
Das bedeutet natürlich, dass auch weiterhin gelüftet werden muss.
Gefahr von Feuchte- und Schimmelschäden
Feuchte- und Schimmelschäden könnten bei gedämmten Außenwänden bei aufsteigender Feuchtigkeit, Wasserschäden oder eindringender Feuchtigkeit von außen infolge von Bauschäden entstehen. Diese Schadensursachen sind jedoch grundsätzlich zu beseitigen und können auch bei ungedämmten Außenwänden zu Feuchte- und Schimmelschäden führen.
Weitere Mythen zum Thema Dämmwahn (Beiträge folgen in Kürze)
- Dämmwahn – Mythos 1: Dämmung ist nur Geschäftemacherei der Hersteller-Industrie und der Handwerksfirmen
- Dämmwahn – Mythos 2: Außendämmung führt immer zum Algenwachstum
- Dämmwahn – Mythos 3: Biozide müssen der Fassade grundsätzlich zur Verhinderung des Algenwachstums beigefügt werden und belasten enorm unsere Umwelt
- Dämmwahn – Mythos 4: Ungeahnte Brandgefahr bei gedämmten Fassaden
- Dämmwahn – Mythos 5: Pfusch in der Bauausführung – Bauschäden sind vorprogrammiert
- Dämmwahn – Mythos 6: Wände können nach der Dämmung nicht mehr atmen
- Dämmwahn – Mythos 7: Dämmung führt zu Feuchte- und Schimmelschäden
- Dämmwahn – Mythos 8: Spechte zerstören die Dämmung und nisten bevorzugt in der Dämmung
- Dämmwahn – Mythos 9: Dämmung führt nach Jahren zum ungeliebten Marienkäfereffekt auf der Fassade
- Dämmwahn – Mythos 10: Der Schallschutz von Gebäuden wird durch die Dämmung erheblich verschlechtert
- Dämmwahn – Mythos 11: Das Fassadenbild wird durch die Dämmung zerstört
Dieser Beitrag wurde erstellt am Donnerstag 26. April 2012 um 09:00 und abgelegt unter Dämmung, Dämmwahn. Kommentare zu diesen Eintrag im RSS 2.0 Feed. Sie können einen Kommentar schreiben, oder einen Trackback auf Ihrer Seite einrichten.




Mittwoch 20. Juni 2012 um 20:54
Sehr geehrte Damen und Herren,
mir gefällt sehr gut, dass auch Sie versuchen die weit verbreiteten Mythen zum “Dämmwahn” auszuräumen.
Ich habe erst vergangene woche einen Vortrag gehalten zu diesem Thema und Beispiele von schlecht ausgeführter Dämmung gezeigt. In den allermeisten Fällen führt schlechte Verarbeitung oder Planung zu Schäden und nicht ein WDVS selbst.
Da ich seit 20 Jahren beruflich mit dem Thema zu tun habe, ist es mir immer wieder ein Bedürfnis die teilweise haarsträubenden Aussagen und Verallgemeinerungen zu widerlegen.
Weiter so!
Viele Grüße
Götz Autenrieth