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Dämmung – ein Dämmwahn mit Folgeschäden oder nur Medienpropaganda? Teil 6/11


Der Dämmwahn führt zu Bauschäden ? Teil 6/11

 

In den Medien werden seit geraumer Zeit Folgeschäden infolge der Fassadendämmung diskutiert und als Dämmwahn beschrieben. Was ist am Dämmwahn und den enormen Bauschäden wirklich dran?

Zunächst muss festgestellt werden, dass diese Berichte und Dokumentationen größtenteils die Schäden zwar sehr anschaulich darstellen, jedoch kaum fundierte Hintergründe der Ursachen und Statistiken zur Häufigkeit der Zahlen geben. Auf jeden Fall sind viele Hauseigentümer infolge dieser Bericht deutlich stärker verunsichert als vorher.

Im Folgenden sollen daher einzelne Mythen aufgegriffen und erklärt werden:

 

Dämmwahn – Mythos 6: Wände können nach der Dämmung nicht mehr atmen.

 

Diese Aussage kann gar nicht so einfach widerlegt werden, da unter “ Atmung “ anscheinend jeder etwas anderes versteht.

 

Dämmwahn 6/11 - Können Wände atmen? Fote: Rike / pixelio.de

Dämmwahn 6/11 - Können Wände atmen? Fote: Rike / pixelio.de

 

Sollte als „ Atmung “ der Durchgang von Luft gemeint sein, so muss erleichtert festgestellt werden, dass niemals die Luft durch eine normal verputzte Außenwand gehen bzw. strömen kann. Wände –ganz gleich ob mit Dämmung oder ohne Dämmung – sind und bleiben definitiv luftdicht. Lediglich durchgehende Löcher oder Fugen in der Wand können dies ändern.

Ist mit Atmung der Wassertransport durch die Wand gemeint, so müsste man dieses differenzierter betrachten. Der Wassertransport ist auf zwei Wegen möglich: erstens in flüssiger Form durch Kapillarleitung oder zweitens in gasförmiger Form durch Wasserdampfdiffusion.

In gasförmiger Form können nur wenige Gramm Wasser pro Tag und Quadratmeter durch die Außenwand hindurch diffundieren. Selbst im günstigsten Fall kann durch die Außenwand eines gesamten Einfamilienhauses so kaum mehr als ein Liter Wasser diffundieren. Im Gegenzug fallen jedoch pro Tag bei einer dreiköpfigen Familie ca. 6 Liter Wasser an. Das bedeutet, dass die Wasserdampfdiffusion nie für den Abtransport der Raumluftfeuchte ausreichend wäre – auch nicht ohne Dämmung. Rechnet man nun die Dämmung mit ein, so reduziert sich diese Wasserdampfdiffusion bei Nutzung von Mineralwolle als Dämmstoff nahezu gar nicht, bei Nutzung von Styropor geringfügig um wenige Prozent. Fazit: Der Wassertransport in gasförmiger Form spielt keine bedeutende Rolle bei einer Außendämmung.

Betrachtet man nun den Wassertransport in flüssiger Form, so ist festzustellen, dass über die Poren der Außenwand vergleichsweise hohe Wassermengen transportiert werden können (ca. tausendmal so viel im Vergleich zur Wasserdampfdiffusion). Diese kapillare Leitfähigkeit weisen Dämmstoffe – wie Polystyrol – oftmals nicht auf. Das bedeutet, sollte von unten Feuchtigkeit aufsteigen oder sollten sonst irgendwie feuchte Wände vorliegen, so wäre eine Außenwanddämmung katastrophal. Das Wasser könnte nicht über die Kapillarleitung nach außen abtransportiert werden und würde zu weiteren Bauschäden führen. Daher sollten auch grundsätzlich keine feuchten Außenwände gedämmt werden, sondern erst die Ursache der Feuchtigkeit beseitigt und die Wände ausgetrocknet werden.

Fazit: Atmende Außenwände gibt es nicht. Feuchte Außenwände dürfen nicht gedämmt werden.

 

Weitere Mythen zum Thema Dämmwahn (Beiträge folgen in Kürze)

 



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