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Wieviel Heizenergie verbrauche ich für meine Wohnung?


Wieviel Heizenergie verbrauche ich für meine Wohnung?

Der Verbrauch an Heizenergie ist natürlich abhängig von der Größe der Wohnung bzw. des Hauses, der Art der Heizungsanlage und nicht zuletzt vom genutzten Energieträger (Gas, Öl, Fernwärme, Pellets, Holz oder Strom). Hinzu kommen die Witterungseinflüsse: Ist der Winter lang und streng oder eher kurz und mild.

Wenn also der Zählerstand oder die Heizkostenabrechnung wiedergibt, dass der Verbrauch im letzten Jahr beispielsweise bei 10.000 kWh lag, sagt dieser Wert zunächst noch nicht viel. Um die Heizenergie der eigenen vier Wände insgesamt vergleichbar zu machen, ist es daher sinnvoll diesen Verbrauch auf die beheizte Fläche zu beziehen und anschließend möglichst noch eine Witterungsbereinigung durchzuführen.

Wieviel Heizenergie verbrauche ich für meine Wohnung?; Bild: RainerSturm / pixelio.de

Wieviel Heizenergie verbrauche ich für meine Wohnung?; Bild: RainerSturm / pixelio.de

Spezifischer Verbrauch der Heizenergie

Unter dem spezifischen Verbrauch der Heizenergie versteht man den Verbrauch bezogen auf die beheizte Fläche.

  • Spezifischer Heizenergieverbrauch:  Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr (kWh/m²a)

Vorgehensweise:

1. Ermittlung des Heizenergieverbrauchs (über Heizkostenabrechnungen, Gasabrechnungen, Öllieferscheinen, Stromrechnungen etc.) möglichst über ein gesamtes Jahr (beispielsweise vom 1.1. bis 31.12.). Eine Hochrechnung bei kürzeren oder längeren Zeiträumen ist anhand der Kalendertage nicht möglich, da jahreszeitliche Schwankungen berücksichtigt werden müssen.

Hier sind wichtige Umrechnungen vom Heizwert typischer Heizenergieträger

  • Heizöl  ca. 10 kWh pro Liter Heizöl
  • Erdgas  ca. 10-13 kWh pro Kubikmeter Erdgas (genauer Wert ist der Gasabrechnung zu entnehmen)
  • Flüssiggas  ca. 13 kWh pro Kilogramm Flüssiggas
  • Koks  ca. 7 kWh pro Kilogramm Koks
  • Braunkohlenbriketts  ca. 5,5 kWh pro Kilogramm Braunkohlenbriketts
  • Holzhackschnitzel  ca. 3,2 kWh pro Kilogramm Holzhackschnitzel
  • Holzpellets  ca. 4,9 kWh pro Kilogramm Holzpellets

2. Witterungsbereinigung. Die Witterungsbereinigung erfolgt nach so genannten Heizgradtagen. Hier werden jedes Jahr für Deutschland oder für einzelne Regionen in Deutschland Heizgradtage (HGT) für die einzelnen Jahre vom Deutschen Wetterdienst (DWD) veröffentlicht. Möglicherweise kann der Energieversorger hierzu Auskunft geben. Bei online Recherchen findet man ebenfalls meist aktuelle Daten der Region.

Erklärung: An Heiztagen werden die Differenzen zwischen der Außentemperatur und der Heizgrenztemperatur erfasst und zu einem Monatswert aufsummiert. Beispiel am 1.1. ist die mittlere Außentemperatur 5°C und die Heizgrenze liegt bei 15 °C. Dies ist ein Heiztag und die HGT beträgt 10 Kd. Alle Werte von allen Tagen sind entsprechend aufzusummieren und ergeben einen Gesamtwert. So betrugen beispielsweise die Heizgradtage in Berlin Tegel in 2016 3291 Kd. Das langjährige Mittel liegt hier bei 3576 Kd. Hierdurch ergibt sich ein Verhältnis der Heiztage zum langjährigen Mittel von 0,92. Das Jahr 2016 war somit milder als der langjährige Durschnitt.

Letztendlich ist der Verbrauch an Heizenergie des aktuellen Jahres durch diesen Faktor zu teilen.

  • Beispiel: Berlin Tegel 2016
    • Jahresverbrauch 1.1.-31.12.2016 10.000 kWh / 0,92 = 10.870 kWh

Wem dieser Schritt der Witterungsbereinigung zu kompliziert ist, der lässt ihn einfach aus und geht vereinfacht von einer Spanne der Witterungsschwankung von  ± 15 % aus.

3. Spezifischen Jahresverbrauch an Heizenergie ermitteln. Dieser Jahresverbrauch ist nunmehr auf die beheizte Wohnfläche zu beziehen.

  • Beispiel: Wohnfläche 100 m²
    • 10.870 kWh  / 100 m² = 108,7 kWh / m²

Man erhält in diesem Beispiel somit einen spezifischen Heizenergieverbrauch von etwa 109 kWh pro Quadratmeter und Jahr.




Was bedeutet dieser Heizenergieverbrauch nun?

Ein Vergleich mit dem aktuellen Bundesweiten Heizspiegel hilft.

Für unser Beispiel nehmen wir einmal an dass dieser Energieverbrauch von 109 kWh je m²  für Heizung Warmwasserbereitung gilt. Damit lägen wir im mittleren Bereich. Laut Heizspiegel wäre ein Verbrauch unter 95 kWh je m² und Jahr  niedrig, ein Verbrauch größer 160 kWh je m² jedoch hoch. Mit 109 kWh je m² liegen wir im guten mittleren Bereich.

Grundsätzlich kann man Folgendes zur Orientierung annehmen:

Heizenergieverbrauch ohne Warmwasser Heizenergieverbrauch mit Warmwasser  Bewertung
< 20 kWh / m² a <45 kWh / m² a Extrem gut (Passivhausniveau)
20-70 kWh / m² a 45-95 kWh / m² a Sehr gut (Neubauniveau)
70-100 kWh / m² a 95-125 kWh / m² a Gut
100-150 kWh / m² a 125-175 kWh / m² a Mittelmäßig
150-250 kWh / m² a 175-275 kWh / m² a Durchschnittlich (unsanierter Altbau)
>250 kWh / m² a >275 kWh / m² a Extrem hoch (unsanierter Altbau, sehr schlechter energetischer Zustand)

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